Philipp Diefenbach
Seit 1999 stelle ich Unternehmen dieselbe Frage.
Wofür stehen Sie, und wie erreichen Sie die Menschen, die Sie brauchen?
Die Antworten sind jedes Mal andere. Die Frage ist geblieben.
Angefangen habe ich mit Pressearbeit
Meine erste Verantwortung war die Unternehmenskommunikation einer Internetfirma, in den Jahren, in denen die Branche gerade zum ersten Mal an sich selbst geglaubt hat und kurz darauf nicht mehr. Danach habe ich elf Jahre lang Kommunikationskonzepte für Unternehmen aus E-Business, Consumer Electronics und dem öffentlichen Bereich gemacht, für Kunden wie adesso und Casio, später als Leiter des E-Business-Teams.
Was ich in dieser Zeit gelernt habe, hat mit Technologie wenig zu tun. Es ging jedes Mal darum, etwas Kompliziertes so zu erzählen, dass ein Mensch es interessant findet, der von der Sache nichts weiß und auch nichts wissen will.
Dann habe ich die Seite gewechselt
Von 2015 an habe ich das Marketing einer Unternehmensgruppe verantwortet, mit mehreren Gesellschaften und allem, was zum Außenauftritt gehört. Websites, Messeauftritte, White Paper, Suchmaschinen, Kampagnen. Das ist der Teil meiner Laufbahn, der mich von den meisten Markenberatern unterscheidet: Ich habe nicht nur Strategien geschrieben, ich musste sie danach selbst umsetzen, mit einem Budget, das nie ganz reichte, und gegen Widerstände, die im Konzept nicht vorgesehen waren.
Seitdem weiß ich ziemlich genau, woran eine gute Positionierung im Alltag scheitert.
Zuletzt habe ich eine Agentur geführt
Fünf Jahre lang habe ich die auf Arbeitgebermarken spezialisierte Agentur der Gruppe geleitet, mit rund dreißig Mitarbeitenden, und parallel dazu das Marketing der Gruppe verantwortet. Rund siebzig Projekte sind über die Jahre zusammengekommen, von der Industrie über Medien und Gesundheit bis in den öffentlichen Sektor.
Arbeitgebermarken mache ich weiterhin, das läuft nur unter einer anderen Adresse.
Die Aufgabe ist geblieben
Verschiedene Stationen aber aus der Nähe ist es immer dieselbe Aufgabe gewesen. Ob es um ein Produkt geht, um ein Unternehmen, um einen Arbeitgeber oder um eine ganze Region, die Frage bleibt: Wofür steht das hier, und für wen ist das relevant.
Angefangen hat das früher, als der Lebenslauf hergibt. Meine Diplomarbeit an der TU Berlin hieß „Vermarktung von Jugendkulturen", und sie handelte davon, wie aus der Haltung einer Gruppe eine Botschaft wird.
Genau das mache ich heute noch, nur mit anderen Gruppen.
Für wen ich arbeite, und für wen nicht
Am besten funktioniert das mit Menschen, die ihr Unternehmen persönlich verantworten. Inhaberinnen und Inhaber, Gründerinnen und Gründer, geschäftsführende Gesellschafter. Auf die Größe kommt es dabei weniger an als auf drei Dinge: kurze Entscheidungswege, jemand an der Spitze, der das Thema selbst trägt statt es zu delegieren, und die Bereitschaft, danach wirklich etwas zu ändern und nicht nur anders zu formulieren.
Wenn Sie jemanden suchen, der eine fertige Kampagne abarbeitet, ohne vorher die unbequemen Fragen zu stellen, finden Sie leicht jemand Besseren als mich.
Was Sie sonst noch über mich wissen sollten
Ich trainiere seit vielen Jahren Brazilian Jiu-Jitsu, inzwischen mit braunem Gürtel. Auf der Matte kann man sich nicht herausreden, weil sich innerhalb weniger Minuten zeigt, was wirklich da ist und was nur behauptet war. So lese ich auch Marken, und deshalb sind meine ersten Fragen im Projekt oft die unangenehmsten.
Außerdem mache ich Musik, seit ich fünfzehn bin.
Was mich antreibt
Ich liebe es, Dingen auf den Grund zu gehen und meine Stärke ist es, genau zuzuhören und Zusammenhänge zu erkennen. Damit helfe ich anderen, ihren Platz zu finden und ihre Einmaligkeit zu kommunizieren. Wenn das gelingt ist es ein großartiges Gefühl.
Dreißig Minuten, in denen Sie schon etwas mitnehmen.
Sie erzählen mir, wo es hakt. Ich sage Ihnen, woran es aus meiner Sicht liegt und was ich an Ihrer Stelle zuerst tun würde. Wenn ich der Falsche bin, sage ich Ihnen das in derselben halben Stunde.